Besuch des CERN im November 2005 (Frankreich, nahe Genf)   
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CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) ist ein Laboratorium, in dem Wissenschaftler aus aller Welt gemeinsam untersuchen, aus welchen elementaren Bausteinen die Materie besteht und welche Kräfte sie zusammenhalten.

Die Physiker am CERN untersuchen Materie mit Hilfe von Teilchenbeschleunigern. Wenn beschleunigte Teilchen aufeinander oder auf ruhende Materie prallen, entsteht eine ähnlich hohe Energiekonzentration wie während der ersten Augenblicke des Universums. Es ist ein Versuch  den Big Bang im Miniformat zu simulieren und dadurch ev. besser zu verstehen.

Die Grundbausteine der Materie sind kleinste Teilchen, noch viel kleiner als Atome. Vier Arten dieser Teilchen reichen aus, um alle Materie in der uns umgebenden Welt zu erklären: Das Up- und das Down-Quark, das Elektron und das Elektron-Neutrino.

Vier verschiedene Kräfte wirken zwischen den Teilchen. Die starke Kraft, die elektromagnetische Kraft und die Gravitation halten die Teilchen zusammen, von den unsichtbar kleinen Atomen bis hin zu riesigen Galaxien mit Millionen von Sternen. Die schwache Kraft bewirkt die Umwandlung von Materieteilchen, wie zum Beispiel in den Kernreaktionen, die die Sonne am Brennen halten.

 
     
   
     
 





Besichtigung des momentan im Bau befindlichen, riesigen Detektors CMS im CERN

(November 2005)

 

Planungsbeginn: ca 1990

Baubeginn: 2002

Betriebsbeginn für 2007 geplant

 
     
   
 

CERN baut zur Zeit den leistungsfähigsten Teilchenbeschleuniger aller Zeiten, den grossen Hadronen
Speicherring LHC (Large Hadron Collider). Dieser wird in einem Tunnel mit 27 km Umfang installiert.

Der abgebildete Detektor wird nach dessen Fertigstellung in 100m Tiefe zwischen diesen Teilchen-
beschleuniger montiert um zu registrieren, was geschieht, wenn die Teilchen zusammenstossen.
Die energiereichen Kollisionen erzeugen eine Fülle von neuen Teilchen.

 
     
   
  Länge: 21.50m  
  Durchmesser: 15.00m  
  Total Gewicht: 12'000 Tonnen  
  Magnetfeldintensität: 4 Tesla (entspricht ca. 100'000-fache des Erdmagnetfeldes)  
     
   
     
   
  100m tiefer Schacht, in welchem schlussendlich der 12'500 Tonnen schwere Detektor endmontiert wird  
     
   
  Die verschiedenen Schichten des Detektors messen die unterschiedlichen Eigenschaften der neu erzeugten
Teilchen. Spurdetektoren machen die Flugbahnen der am Kollisionspunkt erzeugten Teilchen sichtbar. Andere
Schichten, die sogenannten Kalorimeter, messen die Energie der Teilchen.
 
     
   
     
   
     
   
  Der Detektor enthält auch einen Magneten, dessen Feld elektrisch geladene Teilchen ablenkt und damit bei der
Identifizierung der Teilchen hilft.
 
     
   
  Magnetring 4fach  
     
   
  Durchmesser 15 m  
     
   
  Grössenverhältnis!  
     
   
     
 

Der LHC wird nicht nur die weltweit höchsten Beschleunigungsenergien sondern auch die dichtesten Teilchenstrahlen liefern. Die Stösse werden so schnell aufeinanderfolgen, dass Teilchen aus einer Kollision noch durch den Detektor laufen, wenn bereits die nächste Kollision erfolgt. Um das alles auseinanderzuhalten, bedarf es neuer Entwicklungen im Computing- und Elektroniksektor.

Die LHC-Stösse werden tausende von Teilchen produzieren, die zu verfolgen eine wahre Mammutaufgabe bedeutet. Der Detektor wird 20mal mehr Daten liefern als die grössten bestehenden Nachweisgeräte bei CERN, die heute pro Kollision etwa 10 Millionen Daten produzieren. Es werden dann Datenmengen produziert, wie sie heute im gesamten europäischen Telekommunikationsnetz anfallen!

Mehrere tausend Physiker und Ingenieure aus aller Welt sind bereits am LHC und dem Detektor engagiert. Auch der Industrie kommt eine wichtige Rolle zu, denn die Maschine wird zwar für die Grundlagenforschung gebaut, aber die hohen technologischen Anforderungen lassen bereits Ideen für die Zukunft keimen.

 
     
   
     
   
     
   
     
   
     
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